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Kreuzwege im Schluckenauer Gebiet

Kreuzwege im Schluckenauer Gebiet

Im Schluckenauer Gebiet wurden durch die spezifische historische Entwicklung der Region im 17. Jahrhundert mehr Kreuzwege als in anderen Gebieten errichtet. Einmalig sind sie auch durch ihre verschiedene künstlerische Gestaltung, ihre Formen gleichen gemauerten oder steinernen Kapellchen. Heutzutage bewundern wir auch ihre gefühlvolle Einpassung in die Landschaft. Außer der tradidionellen 14 Kreuzwegstationen, die von der Verurteilung bis zur Kreuzigung Christi berichten, umfassen sie auch weitere Kapellen und zierliche sakrale Bauten. Um Errichtung der Kreuzwege haben sich die ursprünglichen deutschen Einwohner der Region verdient gemacht. Gegenwärtig erweckt das Interesse der tschechischen Bevölkerung diese Bauwerke zu retten; eine Reihe von Kreuzwegen wurde schon saniert, wie z. B. in Jiříkov (Georgswalde) und Staré Křečany (Altehrenberg). Auf ihre Rettung watet namentlich der Kalvarienberg auf dem Berg Jáchym (Joachimsberg) bei Lipová (Hainspach) oder der Kreuzweg in Krásná Lípa (Schönlinde)" Die Anzahl der Kreuzwege, die sich im Schluckenauer Gebiet befinden (Böhmisches Niederland), bildet im Rahmen der Böhmischen Landschaft ein einmaliges Phänomen. Vierzehn hiesige Gemeinden hatten ihre eigenen freistehenden Kreuzwege. Ihre Gestaltung wurde von den ältesten Kreuzwegen der Region - Šluknov (Schluckenau) und Vilémov (Wölmsdorf) abgeleitet. Die Anzahl der Kreuzwege wurde auch von dem innigen christlichen Leben der Einwohner, der Grenznähe mit dem protestantischen Sachsen und dem Wetteifer um die angesehenste Errichtung beeinfl usst. Den Bau initiierten und zahlten sowohl Einzelpersonen, als auch Pfarrgemeinden. Kreuzwege waren Bestandteil des christlichen Lebens der Gemeinde. Nach Aussiedlung der deutschen Bevölkerung nach dem Jahre 1945 kam es zur ihrer Zerstörung. Mit der Sanierung einiger Kreuzwege wurde nach dem Jahre 1989 begonnen.

Kreuzwege im Schluckenauer Gebiet

Kreuzwege wurden im Schluckenauer Zipfel vom 18. bis 20. Jahrhundert gebaut. Einige haben die Form von Passionswegen und stellen das Leiden Christi vom Letzten Abendmahl und seinem Gebet im Gethsemane-Garten dar - Šluknov (Schluckenau), Království (Königswalde) und Krásná Lípa (Schönlinde). Errichtet wurden sie in verschiedenen Baustilen - Barock, Klassizismus, Rokoko und Historisierter Stil. An ihrer Entstehung beteiligte sich eine Reihe örtlicher Künstler, z. B. in Velký Šenov (Großschönau) J. Birnbaum, L. Zimmer und J. Neumann, in Krásná Lípa (Schönlinde) A. Frind, in Království (Königswalde) und Šluknov (Schluckenau) J. May. Angebote der Kunstanstalt aus Bayern wurden in Rumburk (Rumburg) und Království (Königswalde) benutzt. Szenen in den Nischen der Stationen hatten verschiedene Formen - gemalte Bilder auf Blech oder Holz, Reliefs aus Holz, Stein oder gebranntem.

Der Kreuzweg (Via Dolorosa, Via Crucis) stellt den Weg Jesu Christi von der Verurteilung in Jerusalem, über die Kreuzigung auf dem Kalvarienberge (Golgota) bis zur Grablegung dar. Der Vorgang wird meistens auf 14 Kreuzwegstationen abgebildet. Die Anzahl wurde im Jahre 1540 von Franziskanern in Jerusalem bestimmt.

  1. Jesus wird von Pontius Pilatus zum Tode verurteilt
  2. Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern
  3. Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz
  4. Jesus begegnet seiner Mutter Maria
  5. Simon von Cyrene hilft Jesu das Kreuz tragen
  6. Veronika reicht Jesus das Schweißtuch
  7. Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz
  8. Jesus tröstet die weinenden Frauen Jerusalems
  9. Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz
  10. Jesus wird seiner Kleider beraubt
  11. Jesus wird gekreuzigt
  12. Jesus stirbt am Kreuz
  13. Jesus wird vom Kreuz genommen
  14. Der Leichnam Jesu wird ins Grab gelegt
Texte: Klára Mágrová
Übersetzung: Rudolf Breuer

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